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Stellaner Steckbriefe | |
Karl-Ernst Vaillant
Karl-Ernst Vaillant lacht: "Mutter meinte, ich bräuchte eine straffere Hand". Der 67jährige Unternehmer erinnert sich noch genau, warum er damals auf das Internat des Aloisiuskollegs geschickt wurde.
Vaillant, das ist ein internationaler Heiztechnik-Konzern, mit über 8000 Mitarbeitern. Vaillant ist aber auch ein remscheider Familienunternehmen, das seine Praktikanten und Auszubildenden am liebsten aus der direkten Nachbarschaft des Hauptwerks rekrutiert.
"Wir sind eben immer bodenständig geblieben", sagt Vaillant", bodenständig und bescheiden. Das haben wir auch in der Schule gelernt."
Der aktive Katholik kam 1951 nach Bad Godesberg, in das Internat des Aloisiuskollegs. Am Anfang sei das nicht so leicht gewesen, erinnert er sich, man habe sich an das neue Leben in der Jungengemeinschaft erst einmal gewöhnen müssen. Strenge Patres, kaum Ausgang. In die Stadt durfte man nur alle paar Wochen, und nach Hause durfte oder konnte man nur selten fahren.
"Sonntags, 5:30 aufstehen, nach Köln, dort erst einmal in die Kirche. St. Andreas war das, die lag praktischerweise in der Nähe des Hauptbahnhofs. Und dann ging’s von Köln aus weiter nach Remscheid, sozusagen mit dem Segen im Gepäck...".
Trotz der starken Heimatverbundenheit zog es ihn nach der Schule weit in den Süden. In München und Karlsruhe studierte er Chemieingenieurwesen / Verfahrenstechnik um dann, Anfang der 60er Jahre nach Paris und Bristol zu gehen um erste Praxiserfahrung zu sammeln. "Ich weiß noch", schmunzelt er," in Paris kannte ich erst einmal niemanden, dann traf ich einen alten Mitschüler vom AKO, Thomas Michels, da konnten wir über die Schulzeit plaudern."
Erst nach diesen Jahren im Ausland war dem Unternehmerkind klar, seine Energie sollte dem heimischen Betrieb zugute kommen. 1965 besuchte er zur Vervollständigung der Ausbildung das ‚Europäische Institut für Unternehmensführung’ in Fontainebleau. Hier studierten damals viele zukünftige Konzernlenker, dementsprechend straff war der Stundenplan. Mit dem MBA in der Tasche wurde Vaillant Geschäftsführer für den technischen Bereich, neben seinem Onkel, "der alte Herr schwebte so ein bißchen über allem", und seinem Vetter. Bis zu seinem Ausstieg aus dem aktiven Geschäftsleben 1997, verdreissigfachte sich der Umsatz des Heiztechnik-Konzerns. Besonders stolz ist Vaillant darauf, daß man schon früh erkannte:
Investionen in die Ökologie, z.B. durch emissionsarme Brenner mit Brennwerttechnik, rechnen sich. Trotz verschärften Wettbewerbs hat der Konzern seinen Umsatz auf über 850 Millionen Euro gesteigert.
FRAGEN AN DEN ALTSCHÜLER:
Dipl.-Ing. Karl-Ernst Vaillant, MBA
67, verheiratet, Vater von drei Kindern, Unternehmer
Welche Erfahrung haben sie mit der jesuitischen Erziehung gemacht?
"Für mich ist sie ein positiver Mix aus autoritärer Erziehung und aufgeklärter Erkenntnis!"
Wie hat jesuitische Erziehung Ihren weiteren Lebensweg geprägt?
"Sie hat mir eine sehr starke Werteprägung humanistischer Art vermittelt!"
Inwieweit fließt Ihre schulische Ausbildung in Ihre tägliche Arbeit ein?
"Zum einen durch die Disziplin, die ich gelernt habe, als auch durch die Achtung vor anderen, welche mir vermittelt wurde!"
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